Gestern hab ich es endlich geschafft einen Gemeinde zu besuchen, die ich mir schon seit Anfang meines Praktikums angucken wollte. Aber die haben Sonntags abends Gottesdienst, wenn ich Small Group habe…
Die Rede ist von Solomon’s Porch in Minneapolis – was wohl jetzt keinem was sagen dürfte. Aber vielleicht hat der eine oder andere schonmal von Doug Pagitt gehört, dem Pastor? Er gilt als einer der führenden Köpfe der Emerging Church.
Kurz gesagt: Solomon’s Porch versucht Gemeinde und Glauben etwas anders zu leben als der traditionelle evangelikale Mainstream. Zwar nutzen sie eine kleine alte Kirche, aber im Gottesdienstraum sind nur Sofas zu finden – im Kreis angeordnet. Ganz viel Kunst ist im Gebäude zu sehen. Die Atmosphäre fand ich super. Sehr entspannt. Viele Kinder, die auch gerne mal rumlaufen dürfen. Der Gottesdienst begann mit recht besinnlicher, ein wenig melancholischer, aber qualitativ sehr hochwertiger Musik. Alle Songs werden von Mitgliedern der Gemeinde selbst geschrieben – und die Texte sind, naja, anders als Mainstream Lobpreis.
Insgesamt wurde sehr viel Wert darauf gelegt, dass die ganze Gemeinde am Geschehen beteiligt ist. So gab es z.B. Bekenntnistexte, die gemeinsam laut gesprochen wurden, ein Bibeltext wurde abschnittsweise von spontanen Freiwilligen gelesen und am Ende gab es Abendmahl (hier jede Woche). Das hat mir alles ziemlich gut gefallen.
Die Predigt fand im Dialog statt, und zwar zwischen Doug und einem Rabbi! Das war, wie ihr euch sicher vorstellen könnt, ziemlich spannend. Zumal der Ausgangspunkt Matthäus 27,25 war: “Sein Blut komme über uns und unsere Kinder.” Der Rabbi hat erzählt, wie sich bis heute Christen auf diesen Vers berufen und Juden als “Christusmörder” bezeichnen. Es ging in dem Gespräch zwischen ihm und Doug (bei dem übrigens jederzeit Zwischenfragen gestellt werden konnten) um den Dialog zwischen Juden und Christen – gerade für uns Deutsche definitv ein wichtiges Thema! Wie können Christen Juden ohne Verurteilung und in Liebe begegnen – ohne gleich mit der “Bekehrungskeule” zu kommen?
Als Tenor blieb bei mir allerdings hängen (sinngemäß), Christen sollten endlich einsehen, dass Juden eben einen anderen Weg zu Gott hätten und nichts “zusätzlich” – sprich Jesus – bräuchten. Das hat mich doch ziemlich zum Nachdenken gebracht …
4 Kommentare bis jetzt
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Mir sagt das was ;-)
Kommentar von Hufi März 30, 2009 @ 3:06 nachmittagsDoug war vor ein paar Jahren ja auch mal in Deutschland, u.a. beim Willow Freak, wo ich ihn dann auch traf. Würde auch mal gerne Solomon’s Porch besuchen…
Hab ich mir doch gedacht, Hufi, dass du Doug Pagitt kennst :-)
Kommentar von togojo März 30, 2009 @ 4:18 nachmittagsBegebe mich gerade mal wieder etwas tiefer in die “Emerging Conversation”. Lese McLarren und diskutiere hier mit Leuten, die EC doch etwas kritischer sehen.
Fänds spannend, manches auch mal mit dir zu diskutieren bzw. deine Meinung zu hören … Vielleicht wenn ich wieder in D bin.
Herzliche Einladung nach Erlangen! Entweder zum Emergent Forum oder einfach so zum Diskutieren.
Kommentar von Hufi März 31, 2009 @ 12:36 vormittagsDanke : )
Kommentar von togojo März 31, 2009 @ 3:36 nachmittags